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Aktuelles




Liebe Schwestern und Brüder,


es ist Frühling! Die Sonne scheint, Blumen sprießen, Vögel singen!
Die Bilder aber, die uns in diesen Tagen über die Nachrichten erreichen, sind Bilder von Leiden und Tod. Immer mehr Todesfälle werden gemeldet, in Italien transportieren ganze Militärkonvois die Verstorbenen ab, und auch in den Flüchtlingslagern an der EU-Außengrenze wird das Leid immer größer.


Wie gern würde ich sagen können: Es ist alles nicht so schlimm. Habt keine Angst. Es ist bald vorbei. – Aber das kann ich nicht. Niemand weiß, wie lange diese Situation noch anhalten wird. Diese Ungewissheit ist schwer zu ertragen. Und was wird aus unserem gesellschaftlichen Leben? Werden Wirtschaft und Gesellschaft bald völlig stillstehen? Oder wird sich eine digitale Gesellschaft etablieren? Oder wird, wenn es jetzt Frühling wird und die Tage länger werden, bald wieder alles normal?


Mein Trost in dem Ganzen ist: Gott ist dabei. Gott versteckt sich nicht in seinem heilen Himmel, sondern ist bei uns in unserer Angst, in unserem Leiden. Sein Sohn Jesus Christus ist selbst auf dieser Erde gewesen und hat Angst erfahren. Angst und Not, Angst und Tod. Daran erinnert uns das Kreuz, das deswegen gerade auf dem Friedhof viel zu sehen ist.


Und wenn wir wissen, dass Gott durch die Dunkelheit hindurch mit uns geht, dann dürfen wir auch wissen, dass am Ende das große Licht von Ostern steht. Denn wie wir gemeinsam mit Jesus durchs Leiden gehen, so werden wir auch mit ihm gemeinsam auferstehen. Als Zeichen dieser Hoffnung will ich einen Vorschlag machen: An vielen Orten läuten auch in diesen Tagen sonntags um 10 und an jedem Abend um 18 Uhr die Kirchenglocken. Auch wir machen dabei mit und laden ein: Halten Sie einen Moment inne; zünden Sie sich zu Hause eine Kerze an und stellen Sie sie vielleicht in ein Fenster, damit auch andere sie sehen können; und fühlen Sie sich damit verbunden mit vielen anderen Menschen in Schortens und in ganz Deutschland. Sie können dazu ein Lied singen und ein Gebet sprechen und richten damit für einige Augenblicke Ihre Aufmerksamkeit auf das Licht des Lebens, das Gott uns schenkt.


Ein Gebet, das ich oft bei Trauerfeiern spreche, aber auch in unserem Alltag seinen Platz finden kann, lautet:
„Wir bitten Dich Gott, dass Du uns hilfst, den Tod nicht zu fürchten, das Leben aber zu lieben.“
Und so wünsche ich Ihnen und Euch, dass Ihr in die neue Woche geht nicht so sehr in Angst, sondern in Liebe zum Leben. Dazu segne Euch Gott.


Amen.


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