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Aktuelles




Nächsten Sonntag geht es nach Jerusalem.

            Wie die Stadt wohl ist? Ich war da noch nie!

Jesus sagt, er wird dort gekreuzigt.

            Blödsinn. Wie soll denn dann das Reich Gottes anbrechen?

Dann wird er eben gekrönt!

            Wie das wohl ist?

Ich glaube, ich brauche noch ein frisches Hemd.

         Das wird sicher ein großes Fest. Die neue Weltordnung bricht an – 

         dann wird überall Frieden sein!

Aber Jesus sagt, dass er dort stirbt.

            Ob die Römer eingreifen?

Warum – wir sind doch nur wenige.

            Aber ganz Jerusalem wird uns empfangen, das wird ganz groß!

Also werden die Römer eingreifen?

         Die Leute werden uns verteidigen! 

         Denk doch, wie sie hinter Jesus herlaufen, ihn verehren!

Und was, wenn nicht? Sie verstehen ihn doch gar nicht.

            Verstehst du alles von ihm?

Wenn Jesus stirbt, müssen wir dann fliehen?

            Oder müssen wir mit ihm sterben?

Wenn Jesus stirbt, können wir dann weiterleben? Weitermachen?

 

            Aber der Einzug in Jerusalem, der wird eine ganz große Sache!

Wir werden gefeiert, ganz Jerusalem wird uns feiern!

            Das wird schon.

 

Stimmen und Stimmungen, Jüngern von Jesus in den Mund gelegt. 

Ein Hin und Her, wie es uns auch in Psalm 43 begegnet.

 

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Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

 

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In vierzehn Tagen ist Ostern, dann feiern wir. 

Wir wissen, dass Ostern kommt und sehen von dieser Warte aus auf dass, was vorher kommt: 

Der Einzug in Jerusalem, der frenetische Jubel der Masse, die radikale Tempelräumung, Abendmahl, Festnahme, Prozess, aufgepeitschte Hassrufe der Menge, Folter, Tod, Begräbnis in Eile. 

Wir haben es gut, dass wir wissen, dass Ostern kommt: 

Die schreckliche Entwicklung der Geschehnisse hat keine positive Identifikationsfigur für uns bereit, keine Helden. 

Da sind Verrat, Verleumdung, Verstecken und die Frauen samt Jünger unter dem Kreuz leiden grausam in ihrer Hilflosigkeit. 

Aber danach kommt Gottes überraschende Antwort. 

Die Jünger hatten dieses Wissen nicht. 

Sie waren auf sich gestellt in ihren Erwartungen, Hoffnungen, Plänen und Ängsten. 

Sie mussten ihren Weg erst finden zwischen Wissen, Nichtwahrhabenwollen, Habenwollen,…

Der Psalmbeter ist auch unterwegs. 

Vielleicht wirklich nach Jerusalem wie die Jünger, er spricht vom heiligen Berg und vom Tempel mit dem Altar Gottes. 

Vielleicht ist es auch nur ein Bild für einen stillen Ort in seinem Herzen, um den er kämpft. 

 

Feinde hat er, er ist allein mit seinem Glauben, er spürt Gott nicht, fühlt sich verstoßen, bedrängt. 

Er findet keine Seelenruhe und ist voller Traurigkeit. 

In diese Lage können wir uns einfühlen. 

Sie ist sehr normal und menschlich. 

Unser Leben ist voller Erwartungen, Hoffnungen und Pläne. 

Wir erleben Glück und müssen doch auch mit Scheitern zurechtkommen. Enttäuschungen aushalten. 

Wir wissen nicht, was kommt, haben wenig Einfluss auf Ereignisse, keinen Schimmer, wie sich alles entwickelt. 

Wir stecken mittendrin und haben keinen Überblick. 

In dieser Situation macht der Psalmist etwas Überraschendes: 

Er selbst hat keine Ahnung, wie er an sein Ziel kommen kann, 

aber dann soll eben Gott ihn dort hin führen. 

Er wendet sich an einen, der die Übersicht hat. 

Der Unruhe und Bangigkeit setzt er Vertrauen entgegen.

So wird sein Psalmgebet zu einer Einladung an uns: 

Wenn wir uns in seiner Notlage wiedererkennen, dann können wir uns von ihm auch mitnehmen lassen in das Vertrauen, dass es doch Wege gibt. Gott hat den Überblick und sieht sie. 

Wir wissen, dass in der Bibel nach Karfreitag Ostern kommt. 

Wir sind dadurch ermutigt zu hoffen, dass auch unsere persönlichen Karfreitage eine Antwort von Gott bekommen. 

Wie sie aussieht, das können wir nicht absehen, 

aber wir dürfen darauf vertrauen, dass wir sie bekommen. 

Ich wünsche uns allen, dass wir mit dem Psalmbeter sagen können: 

Meine Seele, harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 

Amen.

 

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Lieber Gott, du hast deinen Sohn Jesus mitten unter uns leben lassen. 

Wir können so viel von ihm lernen, auch das Teilen mit Menschen in Not. Öffne unsere Ohren für dein Wort, damit unsere Herzen dazu bereit werden.

Herr Jesus Christus, wir danken dir für deinen Liebe. 

So wie du wollen wir versuchen, die Menschen zu lieben. 

Die Kraft dazu kommt von dir. Öffne unsere Herzen für deine Liebe, 

damit unsere Hände dazu bereit werden. 

Heiliger Geist, vor dir gilt kein Schweigen aus Scham, keine Verzweiflung hinter verschlossenen Türen, kein Verstecken in der Menge. 

Komm zu uns, wenn wir deine Botschaft brauchen. 

Mach uns aufmerksam und aufgeschlossen für die, die uns als Boten von Gottes Liebe brauchen.

Amen.

 

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