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Orte der Besinnung

Pfarrer Gehrmann, Foto: Erdwiens

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Zeit des Sommerurlaubs liegt vor uns. Urlaub, das bedeutet, freie Zeit zu haben und nicht den Zwängen des Alltags zu unterliegen. Das heißt: Durchatmen zu können, anders zu leben als sonst und Freiheit zu genießen.

Urlaub wohlverstanden ist eine Zeit der Muße. Man kann „die Seele baumeln lassen“, wie man heutzutage so schön sagt. Ein kluger Mensch hat einmal behauptet: Die Seele braucht von Zeit zu Zeit einen Freiraum. Sie möchte sich manchmal vom Alltag zurückziehen. Sie möchte sich eine Auszeit nehmen.

Eine gute Gelegenheit dafür ist ein Streifzug durch die Natur, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Die Schönheit und Freiheit der Natur hat schon für sich genommen einen guten Einfluss auf uns. Sie macht es uns in ihrer Weite leicht, unsere Gedanken fliegen zu lassen und die Sorgen des Alltags zu vergessen. Vielleicht uns auch innerlich zu öffnen, für uns selbst, für unseren Mitmenschen, für die Schöpfung und letztlich für Gott.

Es gibt Orte, die dazu in besonderer Weise einladen. Eine Kirche am Wegesrand, die man einmal im Vorübergehen besucht, ein Kreuz in der Natur, etwa im katholischen Bereich als Wegekreuz bekannt, oder auch gar nicht weit entfernt das große Holzkreuz am Upschloot zwischen Sandelermöns und Rispel.

Es wurde nach dem 2. Weltkrieg als Mahnung für Versöhnung und Frieden gebaut. Dieses Kreuz in seiner imposanten Größe, umgeben vom frischen Mai-Grün, lädt uns dazu ein, an Jesus Christus und an Gott zu denken. Oder in sich hineinzuhören. Was hat mir meine Seele zu sagen? Die Seele als Ort der Nähe Gottes in uns. Jetzt bist du dran, liebe Seele, ich höre.

Da kann auf einmal vieles anders werden in unserer Betrachtung und Bewertung. Der Heilige Geist kann in uns wirken und unsere innere Persönlichkeit für neue Gedanken und Impulse öffnen. In der Bibel wird die Seele als eigentliches Zentrum unserer Persönlichkeit hochgeschätzt.

Im Matthäusevangelium steht im 16. Kapitel, Vers 26: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Urlaubszeit mit der Entdeckung von besonderen Orten, an denen es leichtfällt, unsere Seele für Gott zu öffnen.

Ihr Rüdiger Gehrmann, Pfarrer im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven

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Holzkreuz am Upschloot, Foto: Gehrmann
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